Zulassungen 2020

Zulassungen von gentechnisch veränderten Pflanzen in 2020

Zulassung der gentechnisch veränderten Sojabohne MON87708 × MON89788 × A5547-127


Im Verfahren für die Zulassung von gv-Sojabohnen MON87708 × MON89788 × A5547-127 für den Import zur Verwendung als Lebens- und Futtermittel haben die Mitgliedsstaaten im SCoPAFF am 09.12.2019 und im Berufungsausschuss am 23.01.2020 keine Entscheidung für eine Zustimmung oder Ablehnung der Zulassung durch die EU-Kommission getroffen. In beiden Ausschüssen konnte keine qualifizierte Mehrheit herbeigeführt werden.

Das EU-Parlament hat sich -wie immer- explizit gegen eine Zulassung* von gv-Pflanzen ausgesprochen.

Wie üblich, muss nun die EU-Kommission eine Entscheidung treffen und entsprechend der gesetzlichen Vorgaben muss sie eine Importzulassung in naher Zukunft aussprechen.


* Entschließung des Europäischen Parlaments zu dem Entwurf eines Durchführungsbeschlusses der Kommission über die Zulassung des

  Inverkehrbringens von Erzeugnissen, die genetisch veränderte Sojabohnen der Sorte MON87708×MON89788×A5547-127 enthalten, aus ihnen

  bestehen oder aus ihnen gewonnen werden, gemäß der Verordnung (EG) Nr 1829/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates

 https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/B-9-2020-0121_DE.html

 Schlussabstimmung über den Einwand gemäß Artikel 112: Genetisch veränderte Sojabohnen der Sorte MON 87708 × MON 89788 × A5547-127

 https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/B-9-2019-0169_DE.html


Zulassung:

Die Kommission hat am  28. September 2020 die  gv-Sojabohne MON87708 × MON89788 × A5547-127 für den Import zur Verwendung als Lebens- und Futtermittel für 10 Jahre zugelassen.


Sojabohne: MON 87708 x MON 89788 x A5547-127    XtendFlex

GVO aus klassischen Kreuzungen mit den entsprechenden gv-Sojabohnenvarietäten. Die Kreuzungspartner sind in der EU als Lebens- und Futtermittel zugelassen (https://www.biotech-gm-food.com/pflanzen/zulassungen-gentech-sojabohnen).


Toleranz gegenüber den Herbiziden Glyphosat, Glufosinat und die Dicamba

Eingeführte Gene:

cp4 epsps (aroA:CP4) codierend für eine herbizidtolerant Form der 5-Enolpyruvulshikimat-3-phosphate Synthase (aus

       MON 89788)

pat                            codierend für Phosphinothricin N-Acetyltransferase (aus A 5547-127)

dmo                          codierend für Dicamba mono-Oxygenase (aus MON MON 89708)


Antragsteller:    Monsanto  (Bayer)

Antragstellung: 16.12.2016

Zulassung:       28.09.2020

 

Dauer der Zulassungsverfahrens: Antragstellung /EFSA-Eingang 16.12.2016; Antrag gültig: 08.03.2017; EFSA-Stellungnahme: 14.05.2019; Komitologieverfahren: SCoPAFF: 09.12.2019; Berufungsausschuss: 23.01.2020;

Zulassung durch Kommission: 28.09.2020. Die Gesamtdauer des Zulassungsverfahrens betrug knapp 4 Jahre (46.8 Monate).

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2020 abgeschlossene Verfahren in der EFSA-Risikobewertung


2020 hat das GVO-Panel der EFSA zwölf Risikobewertungen gentechnisch veränderter Pflanzen abgeschlossen. Für Mais Bt 11 und MON88017 x MON 810 sind die Stellungnahmen noch nicht veröffentlicht. Für drei gv-Pflanzen handelte es sich um die Erneuerung der bestehenden Zulassung.  Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer betrug 43,5 Monate. Ohne Berücksichtigung der Verfahren für die Erneuerung der Zulassung erhöht sich der Wert auf 55.3 Monate. Ein Wert der in Rahmen der vorangegangenen Jahre liegt, aber dennoch als zu hoch angesehen werden muss. 

2020 eingeleitete Verfahren für das Risikomanagement


2020 berieten die beiden Ausschüsse (SCoPAFF und Berufungsausschuss) in fünf Sitzungen über die Vorschläge der Kommission zur Importzulassung von zehn gentechnisch veränderten Pflanzen. In den beiden Ausschüssen konnte nie eine qualifizierte Mehrheit für eine Annahme oder Ablehnung der Kommissionsvorschläge erreicht werden. Die Mitgliedsstaaten überlassen der Kommission die Entscheidungen.

                                                2020 eingeleitete Verfahren für das Risikomanagement


15.09.2020 / 29.09.2020/31.12.2020


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